Hochzeit in Europa
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Hochzeit auf nordisch

veröffentlicht in Nordeuropa von Jana am 19. Jul. 2009

Naeroyfjord in Norwegen, seit 2005 UNESCO World HeritageAndere Länder, andere Sitten – Ein allseits bekannter Spruch, der auch in Liebesahngelegenheiten weltweit zutrifft. Denn den Weg in das gemeinsame Eheleben beschreitet man in jedem Land auf andere Art und Weise.
Mögen sich die traditionellen Hochzeitsbräuche unserer Nachbarn in Nordeuropa zwar weitaus näher an unseren bewegen, als sie es vielleicht auf weit entfernteren Kontinenten tun, finden sich dennoch überall kleine aber feine Unterschiede.

Helle oder weiße Kleider, in denen die Braut den schönsten Tag ihres Lebens befeiert, finden sich etwa in annähernd allen Ländern Europas wieder. Allerdings werden in den nördlichen Ländern – besonders in Finnland und auch Island – eher sehr schlichte Kleider gewählt. Aufwendig und prunkvoll schreitet die Braut eher selten zum Altar. Auch im Norden Europas verbreitet ist zudem der Brauch etwas Neues, etwas Blaues, etwas Geliehenes und etwas Altes zu tragen: Allerdings stammt dieser Brauch ursprünglich aus England.

Klassische Herrenanzüge trifft man in den nördlichen Regionen eher selten an. Der Bräutigam tritt im Norden Europas ebenfalls eher schlicht in die Ehe. In Norwegen sogar oftmals in einem, von der Mutter, handgemachten Anzug; Bunda genannt. Dieser besteht aus einem Hemd, kurzen Hosen, Strümpfen und einer – nach dem Geschmack des Bräutigams – bestickten Weste.

Brautpaare berichten aus Schweden, dass es unüblich ist nicht gemeinsam den Gang zum Altar zu bestreiten. Hier führt der Vater seine Tochter also nicht durch den Mittelgang zum wartenden Bräutigam; sondern er wartet mit den anderen Gästen in der Kirche oder auch am Ort des Geschehens auf das Brautpaar.

Sehr bekannt werden deutschen Eheleuten und Hochzeitsgästen viele Feierlichkeiten – von den Bräuchen bis hin zu den kleinen Streichen – bekannt vorkommen. Jedoch findet sich auch hier stets ein kleiner Unterschied wieder. Wer sich unsicher ist, sollte sich bei einer regionalen Eventagentur über die örtlichen Bräuche im Detail informieren und so unnötige Fettnäpfchen vermeiden.

In Finnland ersetzt den Brautstraußwurf etwa der Kronentanz. Bei diesem muss die gekrönte Braut mit verbundenen Augen inmitten aller unverheirateten, weiblichen Gäste tanzen: Und einer der tanzenden Damen die Krone aufsetzten. In Schweden ist dies ein Schellenschmuckstück. Dieses trägt die Braut während der Feierlichkeiten am Körper – es soll durch den Lärm böse Geister vertreiben – und wirft es am Schluss in die wartende, weibliche Singlemenge.

ElchAußerdem ist es in Schweden während der Feierlichkeiten Gang und Gebe, dass jede Frau den Bräutigam und jeder Mann die Braut beliebig oft küssen darf: Jedoch immer nur dann, wenn der frisch anvertraute Partner den Raum der Feierlichkeiten verlassen hat. Da es sich hierbei jedoch um einen sehr umstrittenen und nicht immer angesehenen Brauch handelt, sollte er bei Unwissen mit Vorsicht behandelt werden.

Ein Muss für jede schwedische Hochzeit ist das Essen der Hochzeitstorte. Jeder, der ein Stück dieser verweigert – aus welchen Gründen auch immer (gesundheitliche natürlich ausgeschlossen) – vermittelt dem glücklichem Paar durch die Blume, dass er ihm weder Glück noch Kinder wünscht…


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